{"id":8066,"date":"2020-02-25T17:01:06","date_gmt":"2020-02-25T16:01:06","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.pinktum.dev\/fehlerkultur-wie-wir-aus-fehlern-lernen\/"},"modified":"2026-06-05T14:16:16","modified_gmt":"2026-06-05T12:16:16","slug":"fehlerkultur-wie-wir-aus-fehlern-lernen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/competencias-interpersonales-es\/fehlerkultur-wie-wir-aus-fehlern-lernen\/","title":{"rendered":"Fehlerkultur: Wie wir aus Fehlern lernen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus Fehlern wird man klug. Das behauptet zumindest ein bekanntes Sprichwort. Tats\u00e4chlich erleben wir vor allem im beruflichen Umfeld Fehler h\u00e4ufig als etwas Besch\u00e4mendes, das nicht passieren darf und das wir von uns weisen. Lernpsychologen sehen andererseits im Misserfolg eine <strong>Lerngelegenheit<\/strong>. Eine negative <strong>Fehlerkultur<\/strong> ist nicht nur schlecht f\u00fcr das Selbstbewusstsein, sondern auch f\u00fcr wesentliche Lernvorg\u00e4nge.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fehler-Studie der University von Chicago<\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Testfragen und Feedback<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lauren Eskreis-Winkler und Ayelet Fishbach von der University von Chicago haben untersucht, ob Fehler das Lernen behindern. In f\u00fcnf verschiedenen Studien mussten Teilnehmer nach einer Lernphase Fragen mit jeweils zwei Antwortalternativen beantworten. Daraufhin erhielten sie R\u00fcckmeldungen dar\u00fcber, welche Aufgaben sie richtig (<strong>positives Feedback<\/strong>) und welche falsch (<strong>fehler- oder mangelorientiertes, negatives Feedback<\/strong>) beantwortet hatten. Anschlie\u00dfend stellten die Forscherinnen die inhaltsgleichen Fragen in abgewandelter Form, um festzustellen, ob die Teilnehmer:innen aus den jeweiligen R\u00fcckmeldungen etwas gelernt hatten. Es stellte sich bei Teilnehmern, die eine fehlerorientierte R\u00fcckmeldung erhalten hatten, ein geringerer Lerneffekt heraus. Jene Teilnehmer konnten sich auch weniger gut an die Antwortm\u00f6glichkeiten erinnern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer weiteren Studie fanden die Teilnehmer:innen Fragestellung wie zum Beispiel: \u00abWelches der folgenden Symbole einer alten Schrift stellt ein Tier dar?\u00bb. Zus\u00e4tzlich boten sie einen finanziellen Anreiz, um die Motivation zu steigern. Danach erhielten die Teilnehmer:innen erneut R\u00fcckmeldungen zu ihren Antworten. Im anschlie\u00dfenden Test waren die neuen Fragen inhaltsgleich zu den urspr\u00fcnglichen, nur umgekehrt formuliert. Aus den Resultaten der Studie zogen die Wissenschaftlerinnen interessante Schl\u00fcsse.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fehler verursachen negative Gef\u00fchle<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Lieferten die Teilnehmer:innen in der Lernphase richtige Antworten und erhielten <strong>positives Feedback<\/strong>, schnitten sie im anschlie\u00dfenden Test auch besser ab. Wenn sie Fehler machten, brachten sie im Anschluss auch schlechteren Leistungen. <strong>Misserfolg<\/strong> hemmt demzufolge das Lernen, wenn Fehler negative Gef\u00fchle ausl\u00f6sen. K\u00f6rper, Geist und Seele reagieren st\u00e4rker auf negative als auf positive Ereignisse. Fehler bedrohen unser <strong>Selbstwertgef\u00fchl<\/strong> in dem Ma\u00dfe, dass wir sie nicht mehr wahrhaben wollen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00abBecause people find failure ego threatening, they will disengage from the experience, which means they stop paying attention. Such tuning out has direct consequences for learning because people cannot learn information that they have not attended to.\u00bb (Eskreis-Winkler und Fishbach, 2019)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Fehler lassen uns glauben, dass eine Aufgabe uns zu schwer sei und wir sie nicht bew\u00e4ltigen k\u00f6nnen. Viele deuten Misserfolg als <strong>mangelnde Eignung<\/strong> und lassen sich dadurch entmutigen. Diese Wirkung hat Misserfolg vor allem, wenn wir ihn pers\u00f6nlich nehmen. Zum Beispiel schlie\u00dfen Berufsanf\u00e4nger aus negativem Feedback, dass sie sich nicht f\u00fcr ihr Ziel engagieren. Manche <strong>Motivationstheorien<\/strong> besagen, dass negatives Feedback unser <strong>Selbstbewusstsein<\/strong> und unsere Erwartungen senkt. Jedoch verh\u00e4lt es sich anders, wenn es um die <strong>Fehler anderer<\/strong> geht, aus denen wir laut Studie tats\u00e4chlich kl\u00fcger werden. Unsere Reaktion auf die Fehler anderer ist vergleichbar mit der Reaktion auf ein <strong>Erfolgserlebnis<\/strong>. In dieser Situation haben wir den Abstand, den wir brauchen, um Fehler zu erkennen und aus ihnen zu lernen. Anders als eigene Fehler betreffen die Fehler anderer Leute nicht unser Ego.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fehlerkultur bedeutet Fehlermanagement<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob man aus Fehlern klug wird h\u00e4ngt von verschiedenen Faktoren ab, nicht zuletzt vom <strong>aktiven Fehlermanagement<\/strong>. Sind wir nicht gewillt, unseren Fehlern Beachtung zu schenken, setzen wir uns nicht mit ihnen auseinander und lernen nicht aus ihnen. Prinzipiell verlangen uns negative Reize mehr Aufmerksamkeit ab und steigern so die Verarbeitung von Informationen. Demzufolge gehen wir aufmerksamer mit Fehlern um, verarbeiten diese besser und lernen so aus ihnen. Andererseits stellen Fehler und Misserfolge das Selbstbewusstsein in Frage und bringen Menschen dazu, abzuschalten und \u00abdicht zu machen\u00bb. Teilnehmer lernten weniger aus ihren eigenen Fehlern als aus ihrem Erfolg. Interessanterweise lernten sie ebenso viel aus den Fehlern wie aus dem Erfolg anderer. Wenn unser Ego nicht bedroht ist, \u00f6ffnen wir uns und Lernen aus Fehlern. Die Studie hat gezeigt, dass Teilnehmer:innen, die negatives Feedback erhielten, weniger aus ihren Fehlern lernten als Teilnehmer:innen mit positivem Feedback. Fehlerorientierte R\u00fcckmeldungen untergraben die <strong>Lernmotivation<\/strong>, weil sie das Selbstwertgef\u00fchl angreifen. Es veranlasste die Teilnehmer:innen dazu, sich \u00abauszuklinken\u00bb und die Informationen, die die R\u00fcckmeldungen boten, nicht mehr zu verarbeiten. Anders gesagt, Fehler untergraben an sich das Lernen auf der einen Seite, andererseits erm\u00f6glichen sie es. Auf das <strong>Feedback<\/strong> kommt es an.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fehlerkultur bedeutet Feedbackkultur<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Sinne einer <strong>positiven und konstruktiven Fehlerkultur<\/strong> sollten wir auf eine entsprechende <strong>Feedbackkultur<\/strong> achten. Dazu m\u00fcssen wir begreifen, dass Fehler bisweilen n\u00f6tig und f\u00f6rderlich sind. Daraus ergibt sich, dass wir Fehler auf keinen Fall ignorieren oder bestrafen sollten. So k\u00f6nnen wir Fehler mehr als M\u00f6glichkeiten verstehen, uns weiterzuentwickeln, und einen konstruktiven Umgang mit ihnen pflegen. Eine destruktive Fehlerkultur gilt es zu vermeiden, eine konstruktive Fehlerkultur zeugt von gutem Management im Unternehmen. Nachwuchsf\u00fchrungskr\u00e4fte und Mitarbeiter_innen aller Hierarchieebenen, die in Teams arbeiten, k\u00f6nnen einen Blick in unsere <strong>E-Learnings<\/strong> zu den Themen \u00abFeedback geben\u00bb und \u00abFeedback unter Kollegen\u00bb werfen: <a href=\"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/prueba-gratuita\/\">Testzugang | PINKTUM<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Quelle:<\/strong> Eskreis-Winkler, Lauren &amp; Fishbach, Ayelet. (2019). Not Learning From Failure\u2014the Greatest Failure of All. Psychological Science. 30. https:\/\/doi.org\/10.1177\/0956797619881133<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine destruktive Fehlerkultur ist schlecht f\u00fcr das Unternehmen und hemmt wesentliche Lernvorg\u00e4nge. Wie wir aus Fehlern lernen k\u00f6nnen lesen Sie hier.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":7552,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"footnotes":""},"categories":[289],"tags":[434,456],"class_list":["post-8066","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-competencias-interpersonales-es","tag-comentarios-es","tag-cultura-del-error-es"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8066","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8066"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8066\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":28498,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8066\/revisions\/28498"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media\/7552"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8066"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8066"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/es\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8066"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}