{"id":4401,"date":"2020-10-29T17:01:06","date_gmt":"2020-10-29T16:01:06","guid":{"rendered":"https:\/\/wordpress.pinktum.dev\/?p=4401"},"modified":"2025-02-03T10:50:34","modified_gmt":"2025-02-03T09:50:34","slug":"ist-betriebliche-weiterbildung-arbeitszeit-oder-freizeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.pinktum.com\/de\/insights\/ist-betriebliche-weiterbildung-arbeitszeit-oder-freizeit\/","title":{"rendered":"Ist betriebliche Weiterbildung Arbeitszeit oder Freizeit?"},"content":{"rendered":"\n<p>Betriebliche Weiterbildung verschafft Unternehmen einen Wettbewerbsvorteil, bindet qualifizierte Mitarbeiter:innen und ist eine wichtige Ma\u00dfnahme gegen den Fachkr\u00e4ftemangel. Unternehmen und Mitarbeiter:innen wissen, dass kontinuierliches Lernen Arbeitspl\u00e4tze und Einkommen sichert. All das trifft vor allem zu, wenn das Lernangebot inspirierend und jederzeit leicht zug\u00e4nglich ist. Leider stellt sich da eine offensichtliche Frage, \u00fcber die niemand gerne sprechen will: Ist Weiterbildung Arbeitszeit oder Privatsache? In diesem Artikel geben wir einige Denkanst\u00f6\u00dfe.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Wann ist Weiterbildung Arbeitszeit?<\/h2>\n\n\n\n<p>Bis vor kurzem lie\u00df sich die Frage nach der Fortbildung au\u00dferhalb der Arbeitszeit leicht beantworten: War die Fortbildung vom Arbeitgeber beauftragt, z\u00e4hlte sie zur Arbeitszeit. Fand sie auf Wunsch des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin statt, z\u00e4hlte sie zur Freizeit. Das Arbeitsrecht hat dazu klare Aussagen getroffen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Praxis gab es dennoch viele Auseinandersetzungen und Differenzen. Die gro\u00dfe Zahl an Artikeln und Stellungnahmen im Netz deuten darauf hin.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Spannungsfeld Personalentwicklung<\/h2>\n\n\n\n<p>Aktuell sieht es so aus, als w\u00fcrde die Realit\u00e4t die Diskussion \u00fcberholen \u2013 zumindest auf lange Sicht. Die Arbeitswelt hat sich ver\u00e4ndert und mit ihr die betriebliche Weiterbildung. Diese steht heute in einem Spannungsfeld:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Von langer Hand geplantes Lernen auf Vorrat ger\u00e4t immer mehr unter Rechtfertigungsdruck. Der Praxistransfer gelingt nur selten in einem befriedigendem Ma\u00df. Zudem verlangt der betriebliche Alltag nach mehr Flexibilit\u00e4t. \u201eLearning on Demand\u201c r\u00fcckt damit ins Blickfeld: Der Ansatz verspricht ein besseres Zusammenspiel von Weiterbildungsangebot und tats\u00e4chlichem Bedarf.<\/li>\n\n\n\n<li>Das klassische Verst\u00e4ndnis von Personalentwicklung kollidiert mit einem neuen Menschen- und Mitarbeiterbild, das gerade im agilen Kontext vorangetragen wird. Es verlangt nach selbstst\u00e4ndiger, verantwortungsvoller und kreativer Leistung seitens des Mitarbeiters oder der Mitarbeiterin. Wie passt das mit einem Weiterbildungsangebot zusammen, dass kleinteilig vorschreibt, was der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin wann und wo zu lernen hat?<\/li>\n\n\n\n<li>Betriebliche Fortbildung und Weiterbildung sind schon lange Pluspunkte im Kampf um die besten K\u00f6pfe. Der Trend bleibt erhalten: Mitarbeiter*innen wissen um die Notwendigkeit, sich zu qualifizieren und sch\u00e4tzen eine systematische Fortbildung. Viele Studien best\u00e4tigen, dass die Attraktivit\u00e4t eines Arbeitgebers mit seinem Angebot f\u00fcr die Weiterbildung steigt (Beispiel\u00a0<a href=\"https:\/\/www.stepstone.de\/Ueber-StepStone\/press\/attraktiver-arbeitgeber\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">StepStone<\/a>).<\/li>\n\n\n\n<li>Aufgrund des Fachkr\u00e4ftemangels f\u00e4llt es Arbeitgeber*innen zunehmend schwer, qualifizierte Mitarbeiter*innen zu akquirieren. Immer h\u00e4ufiger bleibt ihnen nichts anderes \u00fcbrig, als Mitarbeiter*innen selbst auszubilden. Doch damit entstehen neue Fragen: Wer steht f\u00fcr die Investition in die Mitarbeiter*innen gerade, wenn sie nach zu kurzer Zeit ihren Arbeitgeber verlassen?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Diese Entwicklungen vollziehen sich vor dem Hintergrund eines steigenden Effizienzdrucks: Unternehmen m\u00fcssen zielorientiert und kostenbewusst handeln. Wie lassen sich die unterschiedlichen Bedingungen und Anforderungen vereinen?<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Sag mal &#8230;&#8220;: Fortbildung geschieht gr\u00f6\u00dftenteils nebenher<\/h2>\n\n\n\n<p>Schon seit einigen Jahren wandelt sich das Bild von betrieblicher Fortbildung und Weiterbildung. Weiterbildungsexpert:innen sind sich darin einig, dass sich Fortbildung \u00fcberwiegend nebenher, oft unbewusst vollzieht, und zwar in Erf\u00fcllung anstehender Aufgaben. Sei es das Gespr\u00e4ch mit einem erfahrenen Kollegen oder einer Vorgesetzten oder die Recherche im Netz. Kaum jemand w\u00fcrde dem allt\u00e4glichen &#8222;Sich-Schlau-Machen&#8220; das Etikett &#8222;Weiterbildung&#8220; anheften. Tats\u00e4chlich jedoch entwickeln sich Mitarbeiter:innen genau auf die Art weiter. Weithin anerkannt ist die <strong>70:20:10-Regel.<\/strong> Dieser Regel nach lernen Mitarbeiter:innen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>zu 70 % durch schwierige Aufgaben und berufliche Herausforderungen<\/li>\n\n\n\n<li>zu 20 % durch das berufliche Umfeld und durch Vorgesetzte<\/li>\n\n\n\n<li>zu 10 % durch traditionelle Weiterbildung wie Seminare, B\u00fccher oder Trainings<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ob berufliche Weiterbildung w\u00e4hrend der Arbeitszeit oder in der Freizeit stattfindet, entzieht sich demnach der Diskussion: Sie findet w\u00e4hrend der Arbeit statt, selbstverst\u00e4ndlich und organisch, auch im Rahmen des Social Learning.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Personalentwicklung im agilen Kontext: Wie l\u00e4sst sie sich steuern<\/h2>\n\n\n\n<p>Wer die Personalentwicklung steuernd begleiten will, hat vor allen zwei Hebel in der Hand:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Qualifiziertes Material: Nicht alles, was sich Mitarbeiter:innen im Netz anlesen oder anh\u00f6ren, ist von gutem Niveau. Die Unternehmen k\u00f6nnen dem hochwertiges Lernmaterial entgegensetzen.<\/li>\n\n\n\n<li>F\u00fchrung: Auch die F\u00fchrungskr\u00e4fte spielen eine wichtige Rolle. Es liegt an ihnen, anstehende Aufgaben so zu delegieren, dass Mitarbeiter:innen stets gefordert sind und eine Chance haben, zu wachsen. Sollten Mitarbeiter:innen wegen privat motivierter Weiterbildungsinteressen vereinbarte Leistungen schuldig bleiben, f\u00e4llt dies hier auf.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Unternehmen wie etwa Bosch leben das Konzept der Agilit\u00e4t auch in der Personalentwicklung: Die Mitarbeiter:innen steuern ihre Weiterbildung innerhalb gesteckter Ziele selbst. Wo sich Unternehmen der Agilit\u00e4t verschrieben haben, ist dies nur konsequent \u2013 und laut Nele Graf sogar absolut notwendig.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Der Personalentwickler wird beim agilen Lernen zum Broker. Er vermittelt passende Lernformate und bringt die Lernenden zusammen.&#8220; (Prof. Dr. Nele Graf, Leiterin Competence Center for Innovation &amp; Quality in Leadership &amp; Learning an der Hochschule f\u00fcr angewandtes Management, Erding\/Berlin)<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Selbstgesteuerte Weiterbildung w\u00e4hrend der Arbeitszeit \u2013 riskant f\u00fcr Arbeitgeber?<\/h2>\n\n\n\n<p>Dennoch bleibt ein Anteil klassischer Ausbildung und Weiterbildung und mit ihm die Frage, wann sie stattfindet \u2013 in der Arbeitszeit oder danach.<\/p>\n\n\n\n<p>Definitionsgem\u00e4\u00df ist eine Fortbildung eine Qualifikation, die sich konkret an den Mitarbeiter:innen und den Aufgaben in ihrer Position orientiert. Eine Weiterbildung kann dar\u00fcber hinausreichen. Nicht alles, was Mitarbeiter*innen interessiert, zahlt unmittelbar auf ihre Position ein.<\/p>\n\n\n\n<p>Am besten fahren Unternehmen, wenn sie in den Arbeitsvertr\u00e4gen klare Regelungen dazu treffen. Sie d\u00fcrfen auf die Kooperationsbereitschaft der Mitarbeiter:innen hoffen, wie verschiedene Befragungen und Studien belegen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ist die Diskussion um Rechte und Pflichten in der Weiterbildung noch aktuell?<\/h3>\n\n\n\n<p>Was passiert, wenn Mitarbeiter:innen selbstgesteuert und aus privatem Antrieb auf das betriebliche Weiterbildungsangebot zugreifen?<\/p>\n\n\n\n<p>Kein Schaden f\u00fcr die Unternehmen &#8211; meint zum Beispiel Tino Roth von der EOS Serviceline GmbH zum Thema Weiterbildung zu Hause. Selbst wenn Mitarbeiter:innen privat motiviert ihre Englisch-Kenntnisse auffrischt oder sich mit Projektmanagement besch\u00e4ftigen, erweitern sie ihre pers\u00f6nlichen Kompetenzen. Diese gehen nicht verloren, wenn sie von der Rolle des Privatmenschen in die des Arbeitnehmers oder der Arbeitnehmerin wechseln. Zudem haben sie in der Freizeit gelernt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Weiterbildung als Plus im Kampf um gute Mitarbeiter:innen<\/h3>\n\n\n\n<p>Die demografische Entwicklung bleibt, und mit ihr das Problem des Fachkr\u00e4ftemangels. Insofern wird die Diskussion um Rechte und Pflichten von Arbeitnehmer:innen und Arbeitgeber:innen in der betrieblichen Weiterbildung voraussichtlich einen neuen Kurs einschlagen. Die M\u00f6glichkeit zur qualifizierten Weiterbildung und frei zu gestaltende Zeit machen Unternehmen attraktiv. Auf Dauer d\u00fcrfte das zum entscheidenden Argument werden.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Betriebliche Weiterbildung mit E-Learning<\/h2>\n\n\n\n<p>Ob nun Weiterbildung Arbeitszeit oder Freizeit ist muss im Zweifelsfall konkret zwischen Arbeitgeber:in und Arbeitnehmer:in gekl\u00e4rt werden. In jedem Fall ist Verst\u00e4ndigung hier der richtige Weg, abh\u00e4ngig vom Thema, dem Wissensstand und der Relevanz f\u00fcr das Unternehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Welches Thema schwebt Ihnen vor? An der Pink University haben Sie und Ihre Mitarbeitenden Zugang zu einer E-Library mit <strong>Web Based Trainings <\/strong>rund um Agile Skills, Kommunikation, <strong>Soft Skills<\/strong>, F\u00fchrung. Die Experten von Pink University haben sich ganz auf die Didaktik und Methodik des digitalen Lernens spezialisiert. Sie entwickeln digitale Lernformate, mit denen die Mitarbeiter:innen sowohl w\u00e4hrend der Arbeitszeit als auch in der Freizeit lernen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die E-Library ist direkt einsatzbereit und bietet ausgezeichnete E-Learning-Inhalte auf der E-Learning-Plattform oder in Ihrem LMS. 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Rufen Sie uns an unter +49 89 547 27 84 10 oder schreiben an <a href=\"mailto:kontakt@pinktum.com\">kontakt@pinktum.com<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Quellen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"http:\/\/schiering.org\/arhilfen\/arzeit\/fortbildung-arbeitszeit.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">http:\/\/schiering.org\/arhilfen\/arzeit\/fortbildung-arbeitszeit.pdf<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.stepstone.de\/Ueber-StepStone\/press\/attraktiver-arbeitgeber\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.stepstone.de\/Ueber-StepStone\/press\/attraktiver-arbeitgeber<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.personalwirtschaft.de\/personalentwicklung\/weiterbildung\/artikel\/agiles-lernen-wissen-prosumieren-statt-konsumieren.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.personalwirtschaft.de\/personalentwicklung\/weiterbildung\/artikel\/agiles-lernen-wissen-prosumieren-statt-konsumieren.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Betriebliche Weiterbildung &#8211; Arbeitszeit oder Privatsache? In diesem Beitrag stellen wir diese unbequeme Frage und geben einige Denkanst\u00f6\u00dfe.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":4402,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_monsterinsights_skip_tracking":false,"_monsterinsights_sitenote_active":false,"_monsterinsights_sitenote_note":"","_monsterinsights_sitenote_category":0,"footnotes":""},"categories":[35],"tags":[226,227,191,133],"class_list":["post-4401","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-insights","tag-betriebliche-weiterbildung","tag-elearning","tag-personalentwicklung","tag-weiterbildung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4401","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4401"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4401\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/4402"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4401"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4401"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pinktum.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4401"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}