Selbstorganisiertes Lernen

Selbstorganisiertes Lernen

20.10.2021
Kerstin Boll
Selbstkompetenz

Wenn Unternehmen zu neuen Ufern aufbrechen und etwas bisher unbekanntes erreichen wollen, brauchen Sie ein neues Lernformat: selbstorganisiertes Lernen.

„Du meine Güte. Das ist ja toll!“ Die neue Personalreferentin ist hin- und hergerissen. Einerseits ist sie stolz auf ihre neue Aufgabe, andererseits ist es ihr mulmig: Künftig wird es ihre Aufgabe sein, das Azubi-Marketing bei Instagram zu betreuen. Sie ist die jüngste im Team und alle waren der Meinung, dass sie den richtigen Tonfall mitbringt.

Aus dem Mund der Vorgesetzten hörte sich die Aufgabe einfach an: Die Kollegen:innen stellen sich in Posts vor und berichten von ihrem Job. Zusätzlich gibt es Posts zu den Angeboten des Unternehmens für die Mitarbeitenden.

Ganz einfach, oder?

Lernbedarf entsteht mit der Aufgabe

Inzwischen ist die Referentin zurück in ihrem Büro. Der erste Adrenalin-Stoß ist abgeklungen, sie beginnt zu überlegen: „Thematisch ziemlich eng“, murmelt sie. Woran muss sie außerdem denken? Sie fischt nach einem großen Zettel:

  • Themen entwickeln.

  • Kollegen ansprechen, die sich vorstellen.

  • Den Kollegen helfen, die Texte für die Posts zu schreiben.

  • Das Design für die Posts entwickeln.

  • Die Prozesse und die Verantwortung mit der Kommunikationsabteilung abstimmen.

  • Wie viele Posts sollen überhaupt versendet werden?

  • Was bedeutet Erfolg?

Den ersten Schwung Gedanken schreibt sie ruckzuck herunter. Sobald sie tiefer in das Thema einsteigt, fallen ihr weitere Aufgaben ein. Das ist klar. Und noch etwas zeichnet sich ab: Der Job hat es in sich! Die Referentin fragt sich:

  • Wie viel muss sie von Instagram wissen?

  • Wie begeistert sind die Kollegen, sich persönlich bei Instagram zu zeigen?

  • Wie stehen die Kollegen aus der Abteilung Kommunikation zu der Initiative aus der Personalabteilung?

  • Vielleicht sollte sich die Referentin vorsorglich fit machen in Sachen Verhandlung?

Anleitungen? Häufig Fehlanzeige!

Das Team hat der Referentin eine vielschichtige Aufgabe gestellt: Sie muss sich überlegen, was sie benötigt, was sie kann, was sie können will und wer sie unterstützt. Auch für sie gibt es etwas zu lernen, ohne dass sie auf vorkonfektionierte Angebote zurückgreifen könnte. Anleitungen? Gibt es häufig leider auch nicht! Damit ist sie im Bereich des selbstorganisierten Lernens angekommen – typisch für Szenarien, in denen es gilt, neue Lösungswege zu entwickeln.

Was sollte die Referentin können? Es gibt tausend interessante Dinge und sich zu verlaufen, ist leicht. Deshalb lohnt ein Schritt zurück und eine Analyse der Aufgabe: Was ist zu lernen und wie gestaltet sich dieses Lernen?

Selbstorganisiertes Lernen braucht einen Rahmen

Selbstorganisiertes Lernen spielt sich ab zwischen diesen Parametern

  • Lernziel: Was will ich erreichen?

  • Lerninhalte: Was muss ich lernen, um mein Lernziel zu erreichen?

  • Lernquellen: Woher nehme ich den Lerninhalt?

  • Lernzeiten: Wann, wie häufig und wie lange lerne ich?

  • Lernorte: Wo und in welcher Umgebung lerne ich?

  • Lernwege: Mit welchen Strategien und anhand welcher Methoden lerne ich? Lerne ich allein oder im Team?

  • Lernerfolg: Wie stelle ich sicher, dass ich meine Lernziele erreicht habe.

Die Referentin hat viele Freiheiten: Sie kann mit internen und externen Kollegen sprechen. Im Netz recherchieren und nach Kursen suchen. Sich einer Working-out-Loud-Gruppe anschließen. Sie kann im Büro lernen, im Homeoffice oder in einem Workspace. Sie hat viele Möglichkeiten, den Auftrag so zu gestalten, dass er zu ihr passt. Zugleich trägt sie die Verantwortung für den Lernerfolg. Und noch etwas: Trotz der Freiheiten muss sich das selbstorganisierte Lernen dem Unternehmen und dessen Zielen unterordnen. Deshalb ist es wichtig, sich mit den Vorgaben im Unternehmen vertraut zu machen und mit Vorgesetzten abzustimmen.

Gute Aussichten auf Lernerfolg

Selbstorganisiertes Lernen bietet sich an, wenn eine Aufgabe ansteht und dazu Kompetenzen aufgebaut werden sollen. Eine günstige Ausgangslage, denn der Lernstoff wird auf jeden Fall als wichtig wahrgenommen.

Zudem wirkt das selbstorganisierte und zum großen Teil selbstbestimmte Lernen motivierend, weil es sich an persönliche Präferenzen anpasst.

„Selbstorganisiertes Lernen“ bei der Pink University

Selbstorganisiertes Lernen hat viele positive Seiten: Selbstbestimmung, Flexibilität, Motivation. Zugleich stellt es hohe Anforderungen an die Beteiligten. Deshalb lohnt es sich, sich mit den Bedingungen und Lösungen für das Selbstmanagement vertraut zu machen.

Unser Kurs „Selbstorganisiertes Lernen“ eignet sich für alle, die ihre Weiterbildung selbst in die Hand nehmen wollen:

  • Die wesentlichen Elemente eines Lernprozesses kennen

  • Den eigenen Lernbedarf herausfinden können

  • Smarte Lernziele formulieren und Lerninhalte ableiten können

  • Geeignete Lernquellen auswählen können

  • Individuelle Rahmenbedingungen für das Lernen schaffen können

  • Den Lernprozess bewerten können

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