Die Motivation der Mitarbeiter soll mithilfe von E-learnings gesteigert werden, man soll nicht aufgeben

Motivation fördern im E⁠-⁠Learning

21.11.2018
Kerstin Boll
Selbstkompetenz

So wecken Sie die intrinsische Motivation Ihrer E⁠-⁠Learning-Teilnehmer

Wenn Sie E⁠-⁠Learning-Inhalte konzipieren, stoßen Sie immer auf drei Fragen:

  • Was können Sie tun, damit sich die Teilnehmer an die Inhalte erinnern?

  • Wie schaffen Sie es, dass sich die Teilnehmer engagieren

  • und wie gelingt es, dass sie bis zum Ende dabei bleiben?

In diesem Artikel stellen wir Ihnen sechs Quellen der intrinsischen Motivation vor, die Sie anzapfen können, um Ihre E⁠-⁠Learning-Angebote effektiver zu gestalten. Wir haben uns von einem Artikel von Christopher Pappas inspirieren lassen.

Bei der intrinsischen Motivation geht es wesentlich um innere Belohnung. Deshalb ist es gut, wenn sich Ihre Teilnehmer aus eigenem Antrieb anmelden – weil sie etwa ihr Wissen erweitern wollen oder einen bestimmten Abschluss anstreben. Hier können Sie mit Ihrem E⁠-⁠Learning-Angebot an etwas anknüpfen, das im Teilnehmer selbst liegt. Mit "Pflicht"-Teilnehmern in "verordneten" Maßnahmen liegt die Sache schwieriger.

Sechs Möglichkeiten, die Motivation im E⁠-⁠Learning zu fördern

1. Herausforderungen stellen

Eine Mutprobe bestehen, den Vergleich wagen und sich messen: Herausforderungen spornen ihre Teilnehmer an. Wir haben schon einmal darüber geschrieben: Die Abbruchquote im E⁠-⁠Learning reduzieren.

Es gehört zur menschlichen Natur: Man will einfach wissen, inwieweit man im Wettbewerb bestehen kann. Daraus speist sich der Wunsch, das Lernziel zu erreichen. Gönnen Sie Ihren Teilnehmern diesen Anreiz und sorgen dafür, dass sie ihre Komfortzone verlassen.

Übertreiben sollten Sie allerdings nicht. Wenn sich die Teilnehmer überfordert und besiegt fühlen, haben Sie über das Ziel hinaus geschossen. Damit untergraben Sie die Motivation, anstatt sie zu wecken.

Recherchieren Sie also, wie Ihre Teilnehmer im Unternehmen arbeiten und legen die Latte ein wenig höher. Orientieren Sie sich dabei an der Arbeitswirklichkeit im Unternehmen. So haben die Teilnehmer das Gefühl, etwas zu erreichen, das wichtig ist und auf das sie stolz sein können.

Dieses Etwas-mehr-als-Normal motiviert auch diejenigen Teilnehmer, in das Lernziel Ihres Angebots verpassen. Diese wissen, dass nur wenig fehlt, um die Hürde zu nehmen. Deshalb fühlen sie sich nicht entmutigt, sondern angespornt, aus ihren Fehlern zu lernen. Sie speisen ihre intrinsische Motivation daraus, zeigen zu wollen, dass sie sehr wohl Erfolg haben können.

Wenn Sie ein Lernkonzept erstellen, müssen Sie die Umwelt Ihrer Teilnehmer sehr genau unter die Lupe nehmen und Aufgaben entwickeln, die schwierig genug sind, um anzuspornen und einfach genug, um sie zu meistern.

2. Die Neugierde wecken

Menschen sind neugierig. So sind sie einfach. Die Neugierde spielt eine entscheidende Rolle bei der intrinsischen Motivation, denn Lernende suchen nach Antworten auf ihre Fragen oder nach der Bedeutung einer Information: Warum, zum Beispiel, löst diese Verhaltensweise eine bestimmte Reaktion aus? Oder: Wie wirke ich auf andere? Was ist das Ass in meinem Ärmel, das ich ziehen kann? Es gibt zwei Arten der Neugierde: die kognitive und die sensorische.

  • Die sensorische Neugierde bezieht sich auf die Sinne. Beim E⁠-⁠Learning sind das Hören und Sehen. Nutzen Sie gerade die visuellen Möglichkeiten, um die Aufmerksamkeit Ihrer Teilnehmer zu lenken und sie in ihrem Engagement zu unterstützen.

  • Die kognitive Neugierde haben Sie dann erwischt, wenn die Teilnehmer mehr zu einem Gedanken oder Thema erfahren wollen. Neugierde ist großartig, denn sie ermutigt Teilnehmer, eine Idee zu akzeptieren oder wenigstens zu überdenken, die ihnen zunächst fremd ist. Sorgen Sie für Aufgaben, die das kritische Denken Ihrer Teilnehmer aktivieren und Kreativität durch aktive Problemlösung fordern.

3. Teamwork fördern

Unabhängig von der individuellen Persönlichkeit lieben es die meisten Menschen, anderen zu helfen. Unterschiedliche Gründe sprechen dafür: Teilweise mag Altruismus der Motivator sein. Doch ebenso sehr mögen es Menschen, ihre Kompetenz unter Beweis zu stellen oder für andere wichtig zu sein. So oder so stärkt das Helfen die intrinsische Motivation.

Wissen weiterzugeben, hat noch ein weiteres Plus: Die Teilnehmer können Ihr Wissen und Ihre Kompetenz mit dem ihrer Mitstudenten vergleichen. Dabei entdecken sie oft Neues an sich – verborgene Talente vielleicht. Oder sie stellen eigene Überzeugungen infrage.

Konkret sollten Sie Ihre Teilnehmer anregen, an Online-Diskussionen teilzunehmen und sich gegenseitig Feedback zu geben (Peer-basiertes Feedback). Ermutigen Sie Ihre Teilnehmer auch, Ihren Bedenken Ausdruck zu verleihen und Erfahrungen auszutauschen.

4. Kontrolle übergeben

Eine der stärksten intrinsischen Motivationsquellen im Online-Training ist die Kontrolle. Teilnehmer wollen das, was sie lernen, beeinflussen können.

Am besten gelingt dies, wenn Sie sie gleich heranziehen, um personalisierte Online-Schulungswege zu konzipieren. Ermöglichen Sie es den Teilnehmern, selbst zu entscheiden, wann und wie sie auf Informationen zugreifen und vor allem: auf welche Informationen sie zugreifen.

Auf die Art können sich die Teilnehmer auf Verbesserungen in ihrem Arbeitsfeld konzentrieren und ihr persönliches Potenzial ausbauen – ein wichtiger Motivator.

5. Streben nach Wissen

Manche Menschen lernen einfach gerne. Zu wissen und den Horizont zu erweitern, ist ein weiterer wichtiger Motivator – ohne dass Lernende dabei immer ein Ziel verfolgen.

Schaffen Sie für Ihre Teilnehmer die Möglichkeit, Wissen aufzubauen – etwas mithilfe von zusätzlichen Online-Schulungselementen, Online-Diskussionen oder Lernnuggets, die auf weiterführende Inhalte verweisen.

6. Leistungen honorieren

Sogar erfahrene und selbstbewusste Teilnehmer freuen sich, wenn ihre Leistung gesehen und honoriert wird. Heben Sie es hervor, wenn Teilnehmer eine besondere Leistung erbracht haben, die übrigen Teilnehmer übertreffen oder einen Meilenstein erreicht haben.

Geben Sie Ihr Feedback so, dass es die persönlichen Stärken des Teilnehmers unterstreicht. Stellen Sie zusätzlich Zertifikate und andere Leistungsnachweise aus, um Ihrer Anerkennung Ausdruck zu verleihen.

Mit Belohnungen wie diesen verschwimmt die Grenze zwischen extrinsischer und intrinsischer Motivation, doch sie zeigen dem Lernenden, dass sich der Einsatz lohnt.

Die Motivationsfaktoren anzuspielen, ist wichtig, um die Aufnahmebereitschaft Ihrer Teilnehmer zu stärken. Dies ist einer der wichtigen Faktoren für den Erfolg eines E⁠-⁠Learnings. Wenn es Ihnen gelingt, die intrinsischen Motivatoren anzuspielen, erzielen sie mit größerer Sicherheit Ihre Lernziele und den avisierten ROI.

Quelle:

6 Sources Of Intrinsic Motivation That eLearning Pros Should Consider by Christopher Pappas eLearning Industry

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